Das allgemeine Bild vom Pathologen und was bedeutet es wirklich

In der Bevölkerung herrscht vorrangig die Meinung, der Pathologe sei allein ein Leichenuntersucher. Und in der Tat ist dies eine wichtige Aufgabe, denn aus den Todesursachen können wichtige Erkenntnisse für eine verbesserte Behandlung lebender Menschen gewonnen werden. Hierbei untersucht der Pathologe jedoch ausschließlich Fälle von natürlichen Todesursachen, z.B.: bei Versterben durch ein Tumorleiden oder einen Herzinfarkt. Dabei ist der Pathologe nicht mit dem Rechtsmediziner zu verwechseln, wie es in den Medien meist verbreitert wird (siehe Tatort, Zeitungsartikel). Die Rechtsmedizin ist eine eigenständige Fachrichtung und hilft z.B. bei der Aufklärung von Straftaten. Der Pathologe hingegen beschäftigt sich, neben der Obduktionstätigkeit, schwerpunktmäßig und heute vorzüglich (etwa 95 % seiner Tätigkeit) mit der Untersuchung von Gewebeproben  lebender Patienten.

  • Die Diagnostik durch Pathologen erfolgt derzeit fast ausschließlich am Gewebe lebender Patienten.
  • Der Patient und Pathologe sehen sich dabei in der Regel nicht.
  • In den letzten Jahren hat sich in der Rolle des Pathologen ein Wandel vom Leichenuntersucher zum „Lotsen der Diagnostik und Therapie“ vollzogen.
  • Neben der Routinediagnostik erfolgen zunehmend mehr immunhistologische und molekularpathologische Untersuchungen.
  • Die Primärtumordiagnose wird meist an „kleinem“ Material  von wenigen Millimetern gestellt (z.B. Stanzbiopsien aus der weiblichen Brust).
  • Es besteht ein zunehmender Aufwand bei der Aufarbeitung von Tumorfällen durch Einbeziehung hochspezialisierter Methoden (z. B. Molekularpathologie) sowie umfangreicher Kommunikation im Rahmen von Tumorkonferenzen.
  • Basierend auf pathologisch-anatomischen Diagnosen kann bei zahlreichen Tumorkonferenzen eine individuelle Therapie festgelegt werden.
  • Somit arbeitet der moderne Pathologe kurativ, präventiv und prädiktiv.
  • Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Klinikern und Pathologen ist Voraussetzung für eine langfristige optimale Betreuung der Patienten.