Obduktion

Die klinischen Obduktionen gehören zum Aufgabenbereich eines Pathologen, nehmen jedoch (in der Niederlassung) nur einen geringen Prozentsatz der durchgeführten Untersuchungen ein (< 2 % der ärztlichen Tätigkeit).  Derzeit führen wir im Institut ca. 20 Sektionen/ Jahr durch.
Die stark zurück gehende Sektionstätigkeit des Pathologen reflektiert zum einen die immer geringer werdende Akzeptanz der Obduktion bei Angehörigen und Klinikärzten, zum anderen zeigt es auch, dass die ärztliche Diagnostik vor und während der Therapie (Zusammenspiel von Endoskopie, minimal-invasiver Chirurgie und dem klinischen Pathologen) ein viel höheres Maß an Sicherheit aufweist als noch vor 30 Jahren.
In Deutschland existiert eine klare Trennung gegenüber der Tätigkeit der Rechtsmediziner, deren Ziel es ist, unnatürliche und zweifelhafte Todesursachen zu klären. Bei Hinweisen auf eine nicht-natürliche Todesursache muss der Pathologe die Sektion unterbrechen und die Staatsanwaltschaft einschalten.
Die klinisch-pathologische Obduktion dient der zweifelsfreien Aufklärung der Grund- und Folgeerkrankungen sowie der Ermittlung der Todesursache  des Verstorbenen.
Obduktionen sind notwendig für die Qualitätssicherung von Diagnostik und Therapie.  Durch die ganzheitliche Betrachtung des Krankheitsgeschehens mit der Korrelation zur Klinik (Anamnese, Laborparameter, Bildgebung, etc.) wird sowohl die ärztliche Qualitätskontrolle als auch die Weiterbildung und Fortbildung in der Medizin gewährleistet. Von der resultierenden Qualitätssteigerung der medizinischen Versorgung profitieren alle künftigen Patienten.
Obduktionen sind auch für Angehörige wichtig, insbesondere bei der Abklärung von Infektions-, Berufs- und Erbkrankheiten.

Obduktionen haben auch gesundheitspolitischen Einfluss, da mit Hilfe der Obduktion sichere Erkenntnisse über sich wandelnde Häufigkeiten, Ursachen, Verhinderungs- und Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten gewonnen werden können.